26. Juli 2009
2. Semester Medieninformatik - Eindruck
Wie bereits geschrieben, habe ich das 2. Semester an der Beuth Hochschule für Technik (ehemals TFH) in Berlin bestanden. Nun möchte ich kurz für zukünftige Studenten, die auch in diese Richtung studieren wollen, kurze Bewertungen und Meinungen niederschreiben, um eventuelle Entscheidungen zu erleichtern.
Als ich das 1. Semester mit Bravur gemeistert hatte und ich einen alten Klassenkameraden fragte, der ebenso Medieninformatik an der selben Hochschule studiert, wie schwer oder leicht das 2. Semester denn für ihn war, wollte ich ihm es gar nicht glauben, dass man das gesamte Semester nur mit Hausaufgaben erledigen beschäftigt ist. Entweder hat man die Pflichtaufgaben zu Hause fertiggestellt oder man hat gelernt. Beides funktionierte nicht, da dafür nicht genügend Zeit zur Verfügung stand. Die meisten Übungen beanspruchten auch durchschnittlich 10 bis 15 Stunden (!). In 5 Kursen musste ich in wenigen Wochenabständen Übungen vorlegen bzw. mit dem Professor besprechen. Dafür gab es Punkte, die entweder mit in die Endnote eingingen oder mich am Ende des Semesters zum Schreiben der Klausur befähigten. Im 1. Semester musste ich nur in Programmieren jede Woche eine Aufgabe programmieren, was mich auch schon nicht so sehr gefreut hatte. Nun musste ich diesen Stress aus dem 1. Semester verfünffacht ertragen.
Also das Zeitmanagement sollte teilweise dein bester Freund sein, damit man das Semester halbwegs anständig bestehen kann. Doch wer später was werden will, muss dafür auch etwas tun - das war mir schon klar und ich kam auch zurecht. Jedoch ist der umgesetzte Fleiß noch ausbaufähig.
Programmieren 2
Nachdem Programmieren 1 mit Bravur bestanden wurde, freute ich mich auf den 2. Teil. Neben der Oberflächenbehandlung, haben wir auch Themen behandelt wie: Ereignisbehandlung, Collection-Klassen, Threads und mehrere Kleinigkeiten. Auch wenn man Herrn Prof. Dr. Schimkat sehr vieles aus der Nase ziehen muss und ein hoher Grad an Selbständigkeit gefragt ist, kann ich schon behaupten, dass ich deutlich besser Programmieren kann und das ich vieles neues Lernen konnte.
Algorithmen
Der Kurs Algorithmen befasst sich mit der Optimierung von Lösungen für Probleme, die wir z.B. in Java umgesetzt haben. Dabei muss ich jetzt feststellen, dass ich bei fast jeder Zeile Programmcode immer daran denken muss, ob meine gerade umgesetzte Lösung auch performant genug ist. Das war eigentlich auch das Ziel des Kurses. Komisch war nur, dass die Vorlesung oftmals sehr trocken und langweilig waren. Es hat teilweise sehr lange gedauert, bis man bestimmte Sortieralgorithmen und sonstige Datenstrukturen verstanden hat. Sobald ich es richtig verstanden hatte, brauchte ich eigentlich nur 2 bis 3 Informationen, um zu wissen wie der Algorithmus funktioniert. Naja manchmal können Professoren nicht so gut erklären.
Mediendesign 2
Dieser Kurs war eigentlich der totale Reinfall. Ich dachte schon in Mediendesign 1: “schlimmer kann es nicht werden”. Frau Jotzo und Frau Scholz haben sich oftmals gegenseitig “gebattled” wer in der besseren Agentur arbeitet. Statt uns etwas anständiges beizubringen, musste wir denen zeigen, was wir bereits können - eigentlich sind die Dozenten da, um uns etwas beizubringen. Naja in MD2 war es bei Frau Berghoff und Frau Meyer kaum anders. Nur bei Frau Meyer haben wir Kleinigkeiten zu Photoshop beigebracht bekommen. Statt aber Vorlesungen zu geben, haben aber beide Dozentinnen uns nur bestimmte Thematiken präsentieren lassen. Es kam sogar einmal vor, dass Frau Berghoff nach 32 Minuten die Vorlesung beendet hat, weil die Präsentation eines Stundenten fertig war und sie selber wie immer nichts vorbereitet hat.Teilweise musste ich mich fragen, wofür sie eigentlich bezahlt wird - nur für das benoten oder für das Lehren? Ich weiß es nicht. Mir kommt es eher so vor, als würden die Dozenten nur unsere Ideen “klauen” wollen, damit sie mit unserer Studentenkreativität in ihrer Agentur oder sonst wo Geld machen können.
Betriebssysteme
Neben den Grundlagen zu Unix haben wir auch etwas zur Shell Programmierung gelernt. Recht gut nachvollziehbar und brauchbar im Alltag. Daher sollten die wenigsten Studenten in diesem Kurs Probleme kriegen.
Datenbanksysteme
Erst durch diesen Kurs ist mir bewusste geworden, wie Mächtig eigentlich SQL und Co sind. Privat nutze ich MySQL für PHP und mir ist nun aufgefallen, das extrem viele Parallelen vorhanden sind. Zuvor wusste ich nur halbwegs, wie man anständige Datenbankmodelle bastelt, damit diese später auch noch ausbaufähig bleiben. Auch wenn in den Vorlesung sehr viel Theorie angesprochen wurde, konnte man durch passende Beispiele und Übungen sehr schnell feststellen, wie Datenbanksysteme sinnvoll genutzt werden können. Fast alles gelernte kann ich nun ebenso für MySQL nutzen, was mich persönlich auch sehr freut.
Mathematik 2
Ok das Aussortierfach im Studiengang schlechthin. Knapp die Hälfte der Studenten sind wieder durchgefallen. Ich glaube in Mathe heißt es einfach nur bestehen, egal wie. Das ist das Fach, wo ich das Gefühl habe, dass man den 5-fachen Aufwand betreiben muss, um halbwegs die selbe Note wie in anderen Kursen zu erhalten.
Aussichten
Mein Zeitmanagement ist ausbaufähig und dies soll sich im 3. Semester verbessern, damit ich möglichst wenig Lernstress in der Zeit vor den Klausuren ertragen muss. Im 3. Semester versuche ich mal konsequenter es durch zuziehen, meinen Blog ebenso als Nachbereitung für das Studium zu nutzen, indem viele Vorlesungsthemen zusammengefasst und ausgearbeitet werden. Zuvor konnte ich das nur bedingt umsetzen, da ich nicht die Lust hatte, alles was auf Papier geschrieben wurde noch einmal zu digitalisieren. Und mein jetziger Laptop hält auch nur knapp 2 Stunden. Nicht an jeder Tischecke ist eine Steckdose, so dass ich pausenlos mitschreiben konnte. Ein weiteres Problem war zudem auch, dass ich nicht immer Lust hatte, den 3 Kilo Sack plus Netzteil mitzuschleppen. Ein leichtes Netbook soll dies ändern!
Eine Reaktion zu: 2. Semester Medieninformatik - Eindruck
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Derlemmi - 10. August 2009, 10:03 Uhr
Danke für die super Beschreibung!


